Kinesiologie

 

Was ist Kinesiologie
Kinesiologie / Touch for Health ist eine Synthese von überlieferter östlicher Heilkunst und moderner westlicher Medizin. Es ist eine Körperarbeit, bei der sich die Erkenntnisse der Chiropraktik, der Akupressur, der Ernährungswissenschaft und der Psychologie in einem ganzheitlichen System vereinigen. Als Hauptwerkzeug dient der manuell ausgeführte Muskeltest.

Seit 1895 entwickelte sich die Chiropraktik, ausgehend von der Wirbelsäulenkorrektur mittels mechanischem Impuls, nach der Idee von D.D.Palmer zur ganzheitlichen Gesundheitsverbesserung. In den 30er Jahren arbeiteten Chapman, Benett und DeJarnett unabhängig voneinander mit verschiedenen Systemen von Reflexpunkten, mit denen sie spezifische Muskeln stimulierten und so ohne mechanischen Impuls die Knochen wieder ins Gleichgewicht bringen konnten. Sie beschrieben aber auch die Beobachtung von gleichzeitig bewirkten Effekten auf spezifische innere Organfunktionen.

Die Angewandte Kinesiologie entstand in den frühen 60er Jahren, als Prof. Dr. George Goodheart, Chiropraktiker von Detroit, Michigan, seine Patienten mit Muskeltests zu untersuchen begann - und dabei feststellte, dass manchmal ein Muskel schwach testete, obwohl kein augenscheinlicher Grund für eine Muskelschwäche vorlag. Im weiteren stellte er fest, dass schmerzhaft verkrampfte Muskeln stark testeten, sich jedoch in den meisten Fällen ein hypotoner, schwacher Gegenspieler als tatsächliche Ursache für die Fehlhaltung oder Instabilität finden liess. Dieser schwache Gegenspieler bewirkte wohl, dass sich der gesunde Muskel mehr spannen musste um wenigstens eine stabile Körperhaltung garantieren zu können. Dies erst führte zur Verkrampfung des Muskels und zum behandlungsbedürftigen Schmerz. Prof. Goodheart folgerte daraus das Basiskonzept der Angewandten Kinesiologie, nämlich die Behandlung der antagonistischen Muskelschwäche.

Die Technik des Muskeltestens, die er benutzte, entstammte der excellenten Arbeit des Ehepaares Kendall über «Muskeln, Funktionen und Test», die 1949 erstmals herausgegeben wurde und 1983 von Kendall und McCreary, als 3. überarbeitete Auflage erneut erschien. Das Positionieren und die allgemeine Testmethode blieben dabei grundsätzlich gleich.

Ein weiterer entscheidender Schritt war die Entdeckung, dass bei einer gleichzeitig vorliegenden spezifischen Störung der inneren Organe immer wieder die gleichen Muskeln schwach testeten. Nachdem dies auch schon Chapman, Benett und DeJarnett in den 30er-Jahren beobachtet hatten, konnte Prof. Goodheart nun im Quervergleich zeigen, dass die unabhängig gefundenen Muskel / Organ-Beziehungen bei allen Autoren nahezu übereinstimmten.

Diese Muskel/Organ-Beziehungen konnten mit der der Muskel / Meridian-Beziehung bestätigt werden. So konnten über die entsprechenden Meridiane der traditionellen chinesischen Medizin wiederum die gleichen Muskeln gestärkt werden.

Die Muskel / Organ-Beziehung bedeutet im weiteren, dass die entsprechenden manuell durchgeführten Muskeltests Indizien für mögliche Organ-, Meridian und/oder emotionale Störungen geben konnten. So entstand eine ungeahnte Vielfalt an Uberprüfungsmöglichkeiten von funktionellen Störungen auf den verschiedensten Ebenen. Die Angewandte Kinesiologie wurde deshalb auch als funktionale Neurologie betitelt.

Umgekehrt lassen sich nun die funktionellen Störungen schrittweise angehen durch Veränderung von Körperhaltung, Veränderung der Ernährung oder durch das Bewusst werden von beteiligten Emotionen. Nach jedem Schritt kann die bewirkte Veränderung mittels Muskeltest überprüft werden. Der Klient kann dabei mitfühlen, miterleben und vor allem partnerschaftlich mitbeurteilen, wie sich die schwachen Muskeltests von vorher positiv verändern und nachher stark testen. In jedem Schritt wird dabei nur so viel verändert, wie es für den Klienten möglich ist - überprüft mit dem Muskeltest.

Mit Hilfe von Wissen aus der traditionellen chinesischen Medizin eröffneten sich zusätzliche Möglichkeiten wie beispielsweise die Muskeltestung entlang des Meridiankreislaufes, mit dem Ziel, diesen schrittweise zu entstören. Daraus resultiert nach Vervollständigung des Kreislaufes schliesslich ein GeTühl der Ausgeglichenheit und ein körperlich spürbares freieres Fliessen der Energien.

Dr. John F. Thie aus Pasadena USA schrieb 1970 das Buch «Touch for Health», «Gesund durch Berühren», mit dem Ziel, die einfacheren, praktischen Techniken auch den medizinischen Laien zugänglich zu machen. Der einfache, klare und systematische Aufbau seines Buches verhalf der Methode schliesslich zum Durchbruch. Nun konnten auch andere Berufsgruppen dazustossen und tatEräftig helfen, neben der gutentwickelten strukturellen Seite des «Touch for Health» auch die ernährungsbedingten, psychologischen und pädagogischen Ressourcen auszubauen. Es entstanden Bio-Kinesiologie, Emotionale Kinesiologie, EDU-Kinesiologie, Integrative Kinesiologie, Wellness-Kinesiologie und viele andere Ergänzungen.

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